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Einfamilienhaus (EFH)

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Einfamilienhaus?

Ein Einfamilienhaus (EFH) ist ein Wohngebäude, das für die Nutzung durch eine einzelne Familie oder einen einzelnen Haushalt konzipiert ist. Es verfügt über einen eigenen Eingang, einen eigenen Garten und steht in der Regel als freistehendes Gebäude auf einem eigenen Grundstück. Das Einfamilienhaus ist die beliebteste Wohnform in Deutschland und verkörpert für viele Menschen den Traum vom eigenen Heim mit maximaler Privatsphäre und individueller Gestaltungsfreiheit.

In der Immobilienbewertung stellt das Einfamilienhaus einen eigenständigen Gebäudetyp dar, der sich hinsichtlich der Bewertungsmethodik und der Marktgegebenheiten von Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen unterscheidet. Der Markt für Einfamilienhäuser wird überwiegend von Eigennutzern geprägt, was bei der Wertermittlung berücksichtigt werden muss.

Bauformen und Varianten

Das Einfamilienhaus existiert in verschiedenen Bauformen, die sich hinsichtlich der Grundstücksanordnung, der Gebäudegestaltung und der Wirtschaftlichkeit unterscheiden. Das freistehende Einfamilienhaus steht allseitig frei auf dem Grundstück und bietet die größte Gestaltungsfreiheit und Privatsphäre. Es benötigt jedoch das größte Grundstück und weist die höchsten Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche auf, da alle Außenwände als wärmedämmende Hülle ausgebildet werden müssen.

Die Doppelhaushälfte teilt sich eine gemeinsame Trennwand mit dem Nachbargebäude und benötigt ein kleineres Grundstück. Das Reihenhaus ist Teil einer zusammenhängenden Häuserzeile und bietet die wirtschaftlichste Bauform, da es an zwei Seiten an die Nachbargebäude grenzt und somit die geringste Außenwandfläche aufweist. Reihenendhäuser nehmen eine Zwischenstellung ein, da sie nur an einer Seite an ein Nachbarhaus grenzen.

Weitere Varianten sind das Bungalow als eingeschossiges Wohnhaus, das Stadthaus als mehrgeschossiges Einfamilienhaus mit geringem Grundstücksbedarf, das Atriumhaus mit einem zentralen Innenhof sowie das Split-Level-Haus mit versetzten Geschossebenen. Jede Bauform hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Grundstücksbedarf, Baukosten, Energieeffizienz und Wohnkomfort.

Grundstück und Bebauung

Das Grundstück eines freistehenden Einfamilienhauses umfasst in der Regel 400 bis 1.000 Quadratmeter, wobei die Größe je nach Lage und Region erheblich variieren kann. In städtischen Gebieten sind die Grundstücke tendenziell kleiner und teurer, während in ländlichen Regionen größere Grundstücke zu günstigeren Preisen verfügbar sind. Der Bebauungsplan legt fest, welche Art und welches Maß der baulichen Nutzung auf dem Grundstück zulässig sind.

Die Grundflächenzahl (GRZ) bestimmt, welcher Anteil des Grundstücks maximal überbaut werden darf. Für Wohngebiete liegt die GRZ typischerweise bei 0,3 bis 0,4. Die Geschossflächenzahl (GFZ) begrenzt die zulässige Geschossfläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche. Weitere Festsetzungen des Bebauungsplans betreffen die Anzahl der Vollgeschosse, die maximale Gebäudehöhe, die Dachform und -neigung sowie die Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken.

Wohnfläche und Raumaufteilung

Die Wohnfläche eines Einfamilienhauses liegt typischerweise zwischen 100 und 250 Quadratmetern und verteilt sich auf ein bis drei Geschosse zuzüglich gegebenenfalls eines Kellers und eines ausgebauten Dachgeschosses. Die Raumaufteilung umfasst in der Regel einen Wohn- und Essbereich, eine Küche, mehrere Schlafzimmer, ein oder mehrere Badezimmer, einen Hauswirtschaftsraum und gegebenenfalls ein Arbeitszimmer oder Gästezimmer.

Die Wohnflächenberechnung erfolgt nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV), die die anrechenbaren Flächen und deren Gewichtung festlegt. Räume mit einer lichten Höhe von mindestens zwei Metern werden voll angerechnet, Räume mit einer Höhe zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte. Balkone, Loggien und Terrassen werden in der Regel zu einem Viertel angerechnet. Kellerräume, Heizungsräume, Waschküchen und Garagen zählen nicht zur Wohnfläche.

Baukosten und Herstellungskosten

Die Baukosten eines Einfamilienhauses hängen von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Gebäudegröße, der Ausstattungsstandard, die Bauweise, die regionale Lage und die Grundstücksverhältnisse. Als grobe Orientierung liegen die reinen Baukosten (ohne Grundstück) für ein durchschnittlich ausgestattetes Einfamilienhaus bei 2.000 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für gehobene Ausstattungen oder besondere architektonische Gestaltungen können die Kosten deutlich höher liegen.

Zu den reinen Baukosten kommen die Baunebenkosten hinzu, die Architekten- und Ingenieurhonorare, Baugenehmigungsgebühren, Vermessungskosten, Versicherungen und Finanzierungskosten umfassen. Diese Nebenkosten belaufen sich typischerweise auf 15 bis 20 Prozent der reinen Baukosten. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens ergeben sich aus der Summe von Grundstückskosten, Baukosten, Baunebenkosten und Außenanlagen.

Bedeutung für die Immobilienbewertung

Bei der Bewertung von Einfamilienhäusern kommen grundsätzlich alle drei normierten Wertermittlungsverfahren in Betracht, wobei das Vergleichswertverfahren und das Sachwertverfahren am häufigsten angewendet werden. Das Vergleichswertverfahren liefert besonders zuverlässige Ergebnisse, wenn ausreichend Vergleichsobjekte in ähnlicher Lage und mit vergleichbarer Ausstattung verfügbar sind.

Im Sachwertverfahren werden der Bodenwert und der Gebäudesachwert getrennt ermittelt und zum vorläufigen Sachwert addiert. Der Gebäudesachwert ergibt sich aus den Normalherstellungskosten, die um Alterswertminderung und gegebenenfalls weitere Zu- oder Abschläge für Baumängel, Modernisierungsgrad oder besondere Ausstattungsmerkmale angepasst werden. Der vorläufige Sachwert wird anschließend mit einem Marktanpassungsfaktor multipliziert, um den Verkehrswert zu ermitteln.

Das Ertragswertverfahren wird bei Einfamilienhäusern seltener angewendet, da der Markt für Eigenheime überwiegend von Eigennutzern geprägt ist und die Zahlungsbereitschaft der Käufer häufig über dem rechnerischen Ertragswert liegt. Dennoch kann das Ertragswertverfahren als ergänzendes Verfahren oder bei vermieteten Einfamilienhäusern sinnvoll sein.

Besondere bewertungsrelevante Faktoren bei Einfamilienhäusern sind die Lage und das Grundstück, der Gebäudezustand und der Modernisierungsgrad, die Energieeffizienz, die Grundrissqualität, der Ausstattungsstandard, das Vorhandensein von Garage oder Stellplatz sowie die Qualität der Außenanlagen. Auch baurechtliche Aspekte wie die Erweiterungsmöglichkeiten des Gebäudes oder die Teilbarkeit des Grundstücks können den Wert beeinflussen.

Fazit

Das Einfamilienhaus ist die beliebteste Wohnform in Deutschland und zeichnet sich durch ein eigenes Grundstück, maximale Privatsphäre und individuelle Gestaltungsfreiheit aus. Es existiert in verschiedenen Bauformen, die sich hinsichtlich Grundstücksbedarf, Baukosten und Wohnkomfort unterscheiden. In der Immobilienbewertung erfordert das Einfamilienhaus eine umfassende Analyse von Grundstück, Gebäude und Marktumfeld. Die Wahl des Bewertungsverfahrens richtet sich nach der Verfügbarkeit von Vergleichsdaten und den spezifischen Marktgegebenheiten, wobei das Vergleichswert– und das Sachwertverfahren am häufigsten zum Einsatz kommen.

Unser Leistungen

Immobilienbewertung Steinlein

Seit 2017 beschäftigen wir zertifizierte Immobiliengutachter für die Bewertung von Immobilien. Unabhängig und neutral erstellen wir Kurzgutachten (Verkehrswert), Verkehrswertgutachten sowie Markt- und Beleihungswertgutachten für finanzwirtschaftliche Zwecke. 

Fachwissen wird regelmäßig durch die HypZert, die nach DIN EN ISO 17024:2012 zertifiziert und bei der Deutschen Akkreditierungsstelle DAkkS gelistet ist, geprüft. Eine Vielzahl an Weiterbildungen im Immobilienbereich garantieren eine hohe Qualität unserer Gutachten.